Auch weite Teile Baden-Württembergs sind für ein Endlager für den Atommüll geeignet. Umweltminister Franz Untersteller sagt, das sei keine Überraschung: „Wir haben auch Salz, Ton und Granit als Wirtsgestein.“

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne)

Foto: picture alliance/dpa/Soeren Stache

Stuttgart – Auch weite Teile Baden-Württembergs kommen als Standort für die Errichtung eines Tiefenlagers für Atommüll in Frage. Dies ergibt sich aus dem am Montag in Berlin vorgestellten Teilbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Ja, Baden-Württemberg sei, wie andere Bundesländer auch, mit sogenannten Teilgebieten weiterhin im Verfahren, teilte Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) mit. „Das ist nicht überraschend“, sagte Untersteller. Salz, Granit und Ton seien als geologische Formationen für einen Endlagerstandort grundsätzlich geeignet. Die gebe es nun mal auch in Baden-Württemberg.

Entschieden wird erst 2031 „Wenn Regionen in Baden-Württemberg zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ausgeschlossen werden können, dann werden sie näher untersucht“, betonte der Minister. Anders als zum Beispiel der Salzstock Gorleben. Gorleben sei jetzt von der BGE aufgrund von wissenschaftlichen Kriterien aus dem weiteren Verfahren ausgeschlossen worden, nicht aufgrund von politischen. Dies sei ein Unterschied zu früher.

„Die Endlagersuche kommt voran. Entschieden wird aber erst 2031 über den Standort“, sagte Untersteller. „Eine Vorentscheidung für eine Region oder sogar einen Standort ist mit diesem Bericht aber nicht gefallen.“

Minister erwartet demokratisch legitimierte Entscheidung Untersteller appellierte erneut, die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle nicht durch interessengeleitete Äußerungen aufs Spiel zu setzen. „Wir brauchen ein Endlager, der gefährliche Müll der atomaren Stromerzeugung wird sich nicht in Luft auflösen.“ Auf dem Weg zur Standortsuche seien Transparenz, Verlässlichkeit und Solidarität erforderlich. Untersteller: „Diesen Kriterien sollten sich alle – auch Bayern – verpflichtet fühlen.“ Aus der bayerischen Landesregierung waren in den letzten Tagen Äußerungen gekommen, wonach das Granitgestein in Bayern für ein Endlager ungeeignet sei.

Baden-Württemberg bekenne sich zum vereinbarten Verfahren und werde es weiter unterstützen, sagte Untersteller. Der Suchprozess sei streng, wissenschaftlich und transparent. Er setze auf die Öffentlichkeitsbeteiligung und die parlamentarische Kontrolle. „Nur so kommen wir am Ende zu einer Entscheidung, die auch umsetzbar und demokratisch legitimiert ist.“

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