Jeder kennt ihn, keiner mag ihn – Stress ist ein typisches Phänomen unserer schnelllebigen Zeit. Aber auf welche Stress-Symptome sollten Sie achten? Wie erkennt man Stress und wie kann man ihm am besten entgegen wirken? Laut einer aktuellen Studie fühlen sich 87 Prozent der Deutschen gestresst und empfinden das als negativ. Dabei ist Stress zunächst einmal nichts anderes als eine Anpassungsreaktion des Körpers an etwas Wichtiges, Stressexperte Jacob Drachenberg bezeichnet ihn als „eine Art Thermostat für Wichtigkeit“ – und das schon seit Urzeiten. Stress hat viele FaktorenStress-Symptome haben also eine lange Tradition: Stuften unsere Vorfahren in Urzeiten etwas als wichtig und potentiell gefährlich ein (wie: ein Säbelzahntiger rast auf uns zu) hatten wir grundsätzlich drei verschiedene Stressreaktionen zur Verfügung: Kampf, Flucht und sich tot stellen. Das ist heute noch genauso. Aber es geht nicht immer nur um “greifbare” Gefahren. Wir können Stress auch durch eigene Gedanken und Sinneswahrnehmungen auslösen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Zukunftsangst oder auch kleine, alltägliche Zwischenfälle, wie etwa ein hupendes Auto.Eine Sache der eigenen WahrnehmungJacob Drachenberg erklärt: „Grundsätzlich kann man in positiven (den sogenannten Eustress) und negativen Stress (dieser wird Distress genannt) unterscheiden.” Dasselbe Ereignis kann sowohl positiven, als auch negativen Stress auslösen: Wenn man zum Beispiel eine E-Mail mit einer Deadline bekommt, kann das positiven Stress auslösen – dann, wenn man die Deadline locker einhalten kann und sich auf die gestellte Aufgabe freut. Negativen Stress kann die gleiche E-Mail aber auslösen, wenn man in der Situation ist, den Abgabetermin nicht schaffen zu können. Stress ist also oft auch eine Sache der eigenen Wahrnehmung. (Lesen Sie mehr zum Thema: So nutzen Sie Stress, um Ihre Leistung zu steigern)Häufige Stress-Symptome bei ÜberlastungStress zeigt sich in vielen verschiedenen Symptomen, die sich je nach Mensch und Situation unterscheiden können – Stress hat also verschiedene Auswirkungen und Folgen. Besonders häufig sind Hautausschlag durch Stress, Magenschmerzen, Tinnitus (Ohrgeräusche), Durchfall, Haarausfall oder Schwindel. Es kann aber durchaus auch zu Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen durch Stress kommen,  zu Atemnot, die psychisch bedingt ist oder einem Druck auf der Brust. Auch Probleme mit anderen inneren Organen sind möglich – wie etwa erhöhte Leberwerte durch Stress. (Auch interessant: Resilienz – der stille Helfer gegen Stress)Genauso vielfältig wie die Ursachen können also auch die Auswirkungen sein, die Stress auf unseren Körper hat. Solche Empfindungen und Beschwerden sind psychosomatisch, das bedeutet, der Körper reagiert auf das seelische Empfinden.Stress erkennen: Das sind die Alarmzeichen„Klassische erste Alarmzeichen sind zum Beispiel ein permanent angespannter Körper“, so der Experte. Wir ziehen die Schultern unbewusst hoch (dieser Reflex sollte uns übrigens ursprünglich vor einem Nackenbiss durch ein Raubtier schützen), verkrampfen unseren Nacken und den oberen Rücken. „Manche Menschen reagieren auf Stress mit übermäßigem essen (vor allem ungesunde Dinge wie Chips und Schokolade) – andere bringen hingegen keinen Bissen herunter“, sagt Drachenberg.Warum reagieren wir so auf Stress-Symptome? „Unser Körper signalisiert uns so, dass er für Dauerstress einfach nicht gemacht ist. Denn normalerweise halten sich Stressphasen und Phasen der Regeneration in etwa die Waage, das nennt man die Autoregulation des Körpers. Dauert der Stress aber an, kommt dieses System aus der Balance.“ Irgendwann steigt unser innerer Druck so an, dass wir ein Ventil brauchen  – viele Menschen greifen dann zu Süßigkeiten, Zigaretten oder werden aggressiv. Diese Maßnahmen und Reaktionen helfen uns zwar vermeintlich kurzfristig, schaden aber langfristig unserem Körper und machen ihn so nur noch anfälliger gegen Stress – ein Teufelskreis, aus dem es immer schwieriger wird, wieder auszubrechen. (Auch interessant: Achtsamkeit am Arbeitsplatz: So vermeiden Sie wirkungsvoll Stress)Stress-Symptome äußern sich vielfältig„Hält der Stress und die Symptome auf einem hohen Level länger als 14 Tage an und man hat das Gefühl, es wird immer schlimmer, dann sollte man zum Arzt gehen“, rät Drachenberg. Der Arzt wird dann zunächst versuchen herauszufinden, welche Faktoren den Stress verursachen.„In unserer westlichen Gesellschaft ist jede zweite Krankheit stressbedingt“, so der Experte. „Das bedeutet, wer zum Beispiel mit Rückenschmerzen zum Arzt geht, hat oft nicht wirklich Rückenprobleme, der Stress äußert sich vielmehr darüber.“ Das Gleiche gilt für andere typische Beschwerden wie Schlafprobleme oder Magenschmerzen. Dann kann man zunächst einmal das Symptom (die Rückenschmerzen) behandeln, sollte aber auch der Ursache (dem Stress) auf den Grund gehen und versuchen, diese zu beheben. (Lesen Sie mehr: Achtsamkeit für Anfänger: Wie Sie es schaffen, Stress zu vermeiden)3 Experten-Tipps gegen StressWer Stress empfindet, kann aber auch selbst bei den ersten Anzeichen einiges tun, um sich besser zu fühlen. Unser Experte hat diese drei einfachen Tipps für Sie:Tipp #1 bei Stress:Stressabbau funktioniert besonders gut über Bewegung – unser Körper kann dann den „Fight or Flight-Modus“ simulieren und ausgeschüttete Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol besser abbauen. Gehen Sie also, wenn Sie etwas nervt eine Runde joggen, boxen Sie oder machen Sie was immer Ihnen sonst Spaß macht und Sie körperlich auspowert. (Lesen Sie hier mehr über das beste Home-Work-out)Tipp #2 bei Stress: Suchen Sie sich jeden Tag bewusst ein paar Minuten, in denen Sie zur Ruhe kommen. Atmen Sie tief ein und aus, machen Sie ein paar sanfte Yogaübungen oder meditieren Sie. So beruhigen Sie Körper und Geist und wappnen sich besser gegen Stress und Ärger. (Lesen Sie auch: 5 Tipps für gesündere Gewohnheiten und mehr Ausgeglichenheit)Tipp #3 bei Stress:Duschen Sie kalt. Denn das wirkt wie eine „Stressimpfung“: Durch das kalte Wasser wird unser Körper zwar zunächst geschockt, lernt aber, wenn Sie das regelmäßig machen, grundsätzlich mit stressigen Situationen besser umzugehen.
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