„Querdenken“-Demo in Leipzig geplant – und an Silvester in Berlin Die nächsten beiden größeren Demonstrationen der Stuttgarter Initiative
„Querdenken“ gegen die Corona-Politik der
Bundesregierung sollen in Leipzig und Berlin stattfinden. In der Hauptstadt soll
an Silvester demonstriert werden, kündigte „Querdenken 711“-Gründer Michael
Ballweg am Sonntag auf einer Kundgebung in Konstanz an. Angemeldet sei die
Veranstaltung schon. In Leipzig wollen die „Querdenker“ am 7. November auf die
Straße gehen.Am Bodensee hatte ein lokaler Ableger der Initiative am
Samstag und Sonntag ein Protestwochenende mit einer Menschenkette organisiert,
zu der mehrere Tausend Teilnehmer gekommen waren. Erwartet wurden Zehntausende.
Zeitgleich hatten sich auch Gegendemonstrationen für Maskenpflicht und
Abstandsregeln formiert. 

Am Wochenende bildeten Menschen eine sogenannte Friedensmenschenkette am Bodensee. 
 
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Felix Kästle/dpa

Scholz: Noch weiter Weg bis zur Normalität in der Corona-KriseBundesfinanzminister Olaf Scholz geht davon aus, dass es in der Corona-Krise keine rasche Rückkehr zur Normalität geben
wird. „Ich glaube, dass niemand da jetzt Illusionen verbreiten sollte“, sagte
der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat am Sonntagabend im „Bericht aus Berlin“
der ARD. „Selbst wenn wir wirksamere Therapien haben, als sie uns gegenwärtig
zur Verfügung stehen – und wenn wir einen Impfstoff haben oder mehrere
Impfstoffe – dann wird es ganz lange brauchen, bis die für alle verfügbar
gemacht worden sind.“ Zur Normalität sei es noch ein weiter
Weg. (dpa)

Olaf Scholz sagt:  „Selbst wenn wir wirksamere Therapien haben, als sie uns gegenwärtig zur Verfügung stehen – und wenn wir einen Impfstoff haben oder mehrere Impfstoffe – dann wird es ganz lange brauchen, bis die für alle verfügbar gemacht worden sind.“ 
 
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Tobias Schwarz/AFP

In Frankreich sinkt die Zahl der NeuinfektionenNach dem Rekordhoch am Samstag sinkt die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich wieder. Die Behörden melden 12.565 neue Fälle binnen 24 Stunden. Am Samstag waren es 16.972 gewesen. Insgesamt sind damit nach den Angaben des Gesundheitsministeriums 619.190 Erkrankungen bekannt. Die Zahl der Todesfälle steigt um 32 auf 32.230. (Reuters)

Zahl der Neuinfektionen in den USA erneut bei knapp 50.000Die Zahl der Neuinfektionen in den USA bleibt hoch. Die US-Seuchenzentren CDC
geben 49.327 neue Fälle bekannt, nach 50.160 am Samstag. Damit sind in den USA
insgesamt knapp 7,36 Millionen Infektionen amtlich. Die Zahl der Toten steigt um
703 auf 208.821. (Reuters)

Weltweit zweitgrößter Kinobetreiber erwägt Schließung aller Häuser in USA und UKAngesichts der langwierigen Folgen der Virus-Pandemie erwägt der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber Cineworld die Schließung aller seiner Lichtspielhäuser in den USA und Großbritannien. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Ohne mögliche Kassenschlager wie den neuen James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” (“No Time To Die”) sei die Branche nicht überlebensfähig, zitiert die “Sunday Times” aus einem Cineworld-Schreiben an die britische Regierung. Zehntausende Arbeitsplätze sind in Gefahr: der Konzern beschäftigt rund 37.500 Menschen in 787 Großkinos in den USA, Großbritannien und Mitteleuropa.Im Frühjahr mussten die Kinos während zahlreicher Lockdowns schließen. Nach der teilweisen Wiedereröffnung im Sommer kamen Besucher aufgrund der Corona-Auflagen aber nur zögerlich wieder zurück. Da momentan die Infektionszahlen in vielen Ländern wieder steigen und strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zur Folge haben, ist die Furcht groß, dass auch die wenigen Kinogänger wegbleiben. (Reuters)

Tschechien ruft erneut den Notstand ausIn Tschechien soll ab Mitternacht in der
Nacht zum Montag erneut ein nationaler Notstand in Kraft treten. Die Regierung
unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Ausrufung des Ausnahmezustands
wegen eines „raketenhaften Anstiegs“ bei den Corona-Zahlen beschlossen. Er ermöglicht es der Regierung
unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit einzuschränken und
Maßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen. Zuletzt war in Tschechien am Freitag mit 3792 Fällen ein neuer Höchststand
bei den täglichen Corona-Neuinfektionen erreicht
worden. (dpa)

Die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Ausrufung des Ausnahmezustands wegen eines „raketenhaften Anstiegs“ bei den Corona-Zahlen beschlossen.
 
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Reuters

Slowakei registriert so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nieDie Slowakei hat zum dritten Mal in drei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der innerhalb von
24 Stunden registrierten Fälle lag bei 818, wie das Nationale
Gesundheits-Informationszentrum am Sonntag mitteilte. Dies war der höchste Wert
sei dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag
zuvor erfasst, er betrug 704 Fälle.Dem Land stünden im Zusammenhang mit
der zweiten Corona-Welle schwierige Tage bevor, sagte
Regierungschef Igor Matovic laut Agentur Tasr. Die Zahl der Neuinfektionen werde
rapide ansteigen, die Kapazitäten des Gesundheitssystems könnten an ihre Grenzen
kommen. Er appellierte an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen gegen eine
Ansteckung einzuhalten. „Bitte, wenn es möglich ist, gehen Sie nicht zu
Massenveranstaltungen von Sport, Kultur oder Kirche.“In der Slowakei
haben sich nach offiziellen Angaben bislang 13.339 Menschen mit Sars-CoV-2
infiziert. 55 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus. Die
Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner. Das Land wird vom
Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft. (dpa)

Die Slowakei hat zum dritten Mal in drei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. 
 
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František Iván/TASR/dpa 

Ärzte: Gesundheitszustand von US-Präsident Trump “weiter verbessert”Der Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump hat sich nach Angaben
seiner Ärzte “weiter verbessert”. Der Präsident, der wegen seiner Infektion mit
dem Coronavirus am Freitag ins Krankenhaus eingeliefert
worden war, könne frühestens am Montag entlassen werden, teilten die Ärzte am
Sonntag mit. Die Sauerstoffwerte des Präsidenten seien in den vergangenen Tagen
zweimal kurz gefallen, er werde nun mit Steroiden behandelt. (AFP)

New Yorker Guggenheim Museum wieder geöffnet Nach fast siebenmonatiger Corona-Pause hat das Guggenheim Museum in New York wiedereröffnet. Zum Neustart zeigte das Ausstellungshaus am Central Park  abstrakt-expressionistische Werke sowie eine Schau über ein Wandbild des US-Künstlers Jackson Pollock (1912-1956). Zudem ist in der berühmten Rotunde die Ausstellung „Countryside, the Future“ zu sehen, die unter anderem von dem niederländischen Star-Architekten Rem Koolhaas konzipiert wurde.Tickets für das Guggenheim Museum müssen Besucher vorab online kaufen. Es werden weniger Menschen gleichzeitig in die Ausstellungsräume hineingelassen als vor der Epidemie, zudem gelten Abstandsregeln und eine Maskenpflicht.  Seit Ende August dürfen die New Yorker Museen, die fast alle seit März geschlossen waren, unter strengen Auflagen wieder öffnen. Unter anderem das Metropolitan Museum, das Whitney Museum und das Museum of Modern Art (MoMA) haben das bereits getan. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Stadt, die im Frühjahr einer der weltweit schlimmsten Schauplätze der Epidemie war, hart. (dpa)

In der berühmten Rotunde ist die Ausstellung „Countryside, the Future“ zu sehen.
 
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Timothy A. Clary/AFP

Neue Beschränkungen auf Island –  Bars müssen schließenDie Menschen auf Island müssen sich wegen steigender Infektionszahlen auf neue Beschränkungen einstellen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird die Teilnehmergrenze für öffentliche Versammlungen ab Montag auf maximal 20 Personen herabgesetzt. Ausnahmen davon gelten etwa für Hochschulen und auf Beerdigungen. Außerdem werden Bars, Nachtclubs und Fitnessstudios geschlossen, wie die isländische Regierung mitteilte. Damit folgte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir einem Vorschlag des isländischen Chefepidemiologen Thórólfur Gudnason. Schulen und Kindergärten bleiben offen.Island mit seinen gut 360.000 Einwohnern hat seit Beginn der Corona-Krise knapp 2900 Infektionen verzeichnet und ist insgesamt bislang verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen. Zehn Erkrankte sind bislang gestorben, der letzte dieses Todesfälle ist aber bereits Monate her. Im Sommer hatte es kaum noch aktive Fälle gegeben, seit Ende Juli nehmen die Infektionszahlen aber wieder zu. (dpa)

Premierministerin Katrin Jakobsdottir zieht die Konsequnzen aus den steigenden Fallzahlen.
 
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Imago Images/Jürgen Heinrich

Indien will bis zu 500 Millionen Dosen Impfstoff ordernIndien will sich bis Juli 2021 bis einer halben Milliarde Dosen eines Corona-Impfstoffes sichern. Damit sollen etwa 250 Millionen Menschen geimpft werden können, erklärte Gesundheitsminister Harsh Vardhan am Sonntag. “Es gibt ein hochrangiges Expertengremium, das sich mit allen Aspekten von Impfstoffen befasst”, schrieb Vardhan auf Twitter. “Unsere grobe Schätzung und das Ziel wäre es, bis Juli 2021 400 bis 500 Millionen Dosen zu erhalten und einzusetzen.” (Reuters)

SundaySamvaadStates given time upto end-Oct to submit lists of priority population groups for receiving #COVID19 vaccine, where priority shall be given to health workers.We expect to receive & utilise 400-500 million doses & cover approx 20-25 crore people by July 2021. pic.twitter.com/po5Q4YyyDR

undefined (@Dr Harsh Vardhan)

Zweitgrößter Kinobetreiber der Welt will offenbar alle Häuser in Großbritannien schließenDer weltweit zweitgrößte Kinobetreiber Cineworld bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf die Schließung aller Kinos in Großbritannien und Irland vor. Ohne mögliche Kassenschlager wie der neue James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” (“No Time To Die”) sei die Branche nicht überlebensfähig, berichtete die “Sunday Times” unter Berufung auf ein Schreiben von Cineworld, das am Wochenende an die britische Regierung gehen soll. Das Unternehmen, das in Großbritannien und Irland 128 Kinos mit 1180 Leinwänden betreibt, wolle die Pläne bereits am Montag bekanntgeben. Damit sind 5500 Arbeitsplätze gefährdet. Cineworld wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.Agent 007 war die Hoffnung für die Kinobranche in diesem von der Coronapandemie geprägten Jahr. Nach der Wiedereröffnung von Kinos kamen die Zuschauer aufgrund von Corona-Auflagen nur zögerlich wieder in die Lichtspielhäuser. Große Ketten wie Cineworld oder AMC Entertainment haben bereits angekündigt, sich anderweitig Geld besorgen zu müssen, da nicht genug in die Kassen kommt. Kleine und mittelgroße Kinobetreiber fürchten gar ums Überleben.Die Verschiebung des eigentlich für November geplanten Kinostarts des neuen James Bond auf Anfang April 2021 ist der jüngste Rückschlag für die Branche. Zuvor wurden bereits Fortsetzungen von “Top Gun” mit Tom Cruise oder der erfolgreichen Reihe “Fast & Furious” auf das Frühjahr verlegt. Auch “West Side Story” von Steven Spielberg oder die Comic-Verfilmung “Black Widow” mit Scarlett Johansson sollen erst im nächsten Jahr in die Kinos kommen. Die Filmstudios hoffen dann auf mehr Zuschauer. (Reuters)

Von der Schließung bedroht: ein Kino in London.
 
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Mehr als 30.000 Bußgeldverfahren in großen Städten In den sieben einwohnerstärksten Städten in Deutschland sind laut einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ deutlich mehr als 30.000 Corona-Bußgeldverfahren eingeleitet worden. In München seien demnach bis Ende September gut 9100 Verfahren durchgeführt worden, heißt es unter Berufung auf einen Sprecher des örtlichen Kreisverwaltungsreferats. Knapp davor liege Hamburg mit rund 11.000 Verfahren.In Stuttgart wurden dem Bericht zufolge seit April 4745 Bußgeldverfahren bearbeitet. Frankfurt am Main habe rund 3100 Verfahren eingeleitet, heißt es weiter, Düsseldorf 1200. In Berlin seien die einzelnen Bezirke zuständig, wo es laut Bericht 4400 Verfahren gebe – allerdings hätten nicht in allen Bezirken aktuelle Zahlen vorgelegen. Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von gut 33.500 verzeichneten Bußgeldverfahren. Dabei fehlen Angaben aus Köln, wo nur Schätzungen vorliegen, mit wie vielen Einnahmen zu rechnen ist.Die Rheinmetropole prognostiziert diese demnach auf rund 430 000 Euro und liegt im Vergleich der befragten Städte im Mittelfeld. Für München werden in dem Bericht 1,2 Millionen Euro Einnahmen genannt, Hamburg liege knapp unter einer Million. Berliner Bezirke beziffern die Einnahmen demnach auf mindestens 120.000 Euro, wie es in dem Bericht heißt. Für Frankfurt und Düsseldorf werden die Einnahmen mit 275.000 und 112.000 Euro. (dpa)

Polizisten patrouillieren im März durch den Englischen Garten in München und kontrollieren Abstandsregeln.
 
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Matthias Balk/dpa

Spahn kündigt Schnelltests für Pflegeheime und Kliniken an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Corona-Schnelltests für Krankenhäuser und Pflegeheime angekündigt. „Schnelltests kommen vor allem für Besucher, Beschäftigte, Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern in Betracht“, sagte Spahn der „Bild am Sonntag“. „Damit können wir verhindern, dass sich alte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger anstecken. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion am größten.“ Die Frage, wann und unter welchen Bedingungen die Schnelltests von den Krankenkassen bezahlt würden, werde zum 15. Oktober geregelt.  (dpa)

Ältere sollen besser geschützt werden.
 
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Patrick Pleul/dpa

Wissenschaftler erforschen Gründe für bisher relativ milden Pandemie-Verlauf in AfrikaDie junge Bevölkerung in Afrika ist Wissenschaftlern zufolge ein Grund für den bislang relativ milden Verlauf der Corona-Pandemie auf dem Kontinent. „Ich glaube, die Demografie ist sehr wichtig und ein großer Faktor“, sagte Maria Yazdanbakhsh von der Universität Leiden (Niederlande) der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Kontinent liegt das Durchschnittsalter bei etwas über 19 Jahren.Afrika hat bisher rund 1,48 Millionen Corona-Fälle verzeichnet. Die Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein, dennoch hat das Coronavirus den Kontinent mit bislang rund 36 200 Todesfällen weniger schwer getroffen als zuvor befürchtet. Neben der jungen Bevölkerung könnte dies Forschern zufolge auch an genetischen Faktoren, der Mobilität der Bevölkerung und den Immunsystemen der Menschen liegen. Diese seien in Afrika sehr anders als in Europa oder den USA, weil die Menschen ganz anderen Mikroorganismen und Parasiten ausgesetzt seien, sagte Yazdanbakhsh. (dpa)

Einem Kind in Simbabwe wird vor dem Schuleintritt die Temperatur gemessen.
 
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Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa

In Indonesien jetzt mehr als 300.000 bestätigte InfektionenIn Indonesien ist die Zahl der Corona-Infektionen über die Marke von 300.000 gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldet am Sonntag 3992 neue Fälle, womit die Gesamtzahl auf 303.498 zunahm. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich um 96 auf 11.151.  (Reuters)

Britische Regierung gibt Fehler bei Fallzählung zu Bei der Zählung der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen hat es der britischen Regierung zufolge Fehler gegeben. Die zuständige Regierungsbehörde meldete am Samstagabend 12.872 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, was einen drastischen Sprung und den höchsten bisherigen Wert seit Beginn der Pandemie darstellt. In den Tagen zuvor hatte die Zahl der Neuinfektionen jeweils um rund 7000 gelegen.In einer Erklärung zu den Zahlen hieß es jedoch, es habe in den Vortagen Verzögerungen bei der Übermittlung von Fallzahlen in England gegeben. Der Fehler sei nun behoben, führe allerdings dazu, dass die Fallzahlen der kommenden Tage noch Fälle enthalten dürften, die eigentlich schon aus der Zeit vom 24. September bis zum 1. Oktober stammten. Welchen Anteil diese Fälle an der hohen Gesamtzahl ausmachen, blieb jedoch völlig unklar.Oppositionsführer Keir Starmer warf der Regierung vor, die Kontrolle über das Virus verloren zu haben. Premier Boris Johnson steht zunehmend in der Kritik, sogar in den eigenen Reihen. In mehreren Interviews konnte der Regierungschef in dieser Woche wiederholt Fragen auf regional geltende Corona-Regeln nicht korrekt beantworten.Johnson stellt seine Landsleute wegen der Corona-Pandemie auf weitere schwierige Monate ein. “Ich muss in aller Offenheit sagen, dass es bis Weihnachten weiterhin unruhig sein wird, vielleicht sogar darüber hinaus”, sagte Johnson am Sonntag in einem Interview im BBC-Fernsehen. Er verstehe, dass viele Bürger verärgert seien angesichts der Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie. “Aber wir müssen zusammenstehen”, sagte Johnson.  (dpa, Reuters)

Die Kritik an Premier Boris Johnson wird immer lauter.
 
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Henry Nicholls/Reuters

Russland meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit Mitte MaiDie Zahl der Neuinfektionen in Russland ist erstmals seit Mai über die Marke von 10.000 gestiegen. Insgesamt wurden 10.499 Fälle bestätigt, wie die Behörden mitteilen. Das ist der höchste Wert seit 15. Mai. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich in den vergangenen 24 Stunden um 107 auf insgesamt 21.358. (Reuters)

Experten dämpfen Erwartungen an ImpfungMitglieder der Ständigen Impfkommission dämpfen die Erwartungen an eine Impfung gegen das Coronavirus. In den ersten Monaten nach der Zulassung sei ein Impfstoff nur in begrenzter Menge verfügbar, sagen mehrere Virologen der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. Zudem würden viele Monate vergehen, bis genügend Bürger geimpft seien, um Maßnahmen wie die Maskenpflicht oder Abstandsregeln aufzuheben. Bis in Deutschland wieder ein normales Leben möglich sein werde, könnten anderthalb bis zwei Jahre vergehen, schätzt einer der Mediziner. (Reuters)

Weltweit wird nach einem Corona-Impfstoff geforscht.
 
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
 
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dpa/Sebastian Kahnert

Söder wünscht sich mehr Kompetenz beim BundAls Lehre aus der Corona-Krise sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Schwächen im deutschen Föderalismus für die Abwehr von bundesweiten Katastrophenfällen. „An einigen Stellen wie dem Infektionsschutz kann es sinnvoll sein, dass der Bund mehr Kompetenzen bekommt“, sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur in München. Bayern hatte bis Ende September den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) inne, zum Monatswechsel ist der Vorsitz turnusmäßig auf Berlin übergegangen.Söder betonte, er sei weiterhin überzeugter Föderalist. Und doch haben auch ihm die vergangenen Monaten im Krisenmanagement zwischen Bund und Ländern gezeigt, wo der Föderalismus an seine Grenzen kommt: „Die MPK fand unter Corona-Sonderbedingungen statt. Es war nie so herausfordernd für die Länder, sich mit dem Bund abzustimmen und eine einheitliche Linie zu finden.“ Noch nie hätten die Konferenzen der Länderchefs so lange gedauert wie in der Corona-Krise. „Und es wurde wohl noch nie so kontrovers diskutiert, auch jenseits aller Parteilinien. Jedes Land hat seine Sichtweise eingebracht. Am Ende sind wir aber immer zu guten Ergebnissen gekommen.“Wie schon zu Beginn seines Vorsitzes hält Söder aber nicht nur die Abgabe von Kompetenzen an den Bund, sondern auch im Gegenzug mehr Möglichkeiten für die Länder für wünschenswert: „Föderalismus bleibt eine Dauerbaustelle. Es gibt Länder, die aus eigener Kraft stärker entscheiden können. Und dann gibt es andere, die sich schon aufgrund der finanziellen Möglichkeiten schwerer tun.“ Daher müsse man immer überprüfen, wo es Sinn ergebe, mehr regional zu entscheiden – oder ob es bundesweite Vorgaben braucht. (dpa)

RKI meldet 2279 neue Corona-Infektionen in DeutschlandDas Robert Koch-Institut hat am Sonntag eine vergleichsweise etwas niedrigere Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 2279 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 299.237 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 4.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9529. Seit dem Vortag wurden 2 Todesfälle mehr gemeldet.Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,10 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,13 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (dpa)

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