Polizeiabsperrungen in Conflans-Sainte-Honorine

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In Frankreich sitzt der Schock nach einer brutalen islamistischen Terrorattacke auf einen Lehrer tief. Am Freitagnachmittag ist dort nach ersten Erkenntnissen ein Mann in dem Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine mit einer langen Stichwaffe attackiert und enthauptet worden. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei getötet.

Am Freitagabend und in der Nacht zu Samstag liefen Medien zufolge Durchsuchungen, außerdem gab es mehrere Festnahmen. Den Berichten nach soll es sich bei den Festgenommenen um Mitglieder der Familie des mutmaßlichen Täters sowie andere Personen handeln. Insgesamt sind derzeit neun Menschen in Polizeigewahrsam, darunter ein Minderjähriger.Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eilte am Freitag wenige Stunden nach der Attacke zum Tatort und fand deutliche Worte: “Unser Mitbürger wurde feige angegriffen, er war das Opfer eines bösartigen islamistischen Terroranschlags.” Mit Blick auf Gewalt und Terroristen sagte er: “Sie werden damit nicht durchkommen.”

Macron, sichtlich angeschlagen, nannte in seiner kurzen Rede keine Details zum Ablauf der Tat, zum mutmaßlichen Täter oder möglichen Mitwissenden. Nach der Tat, die sich nahe einer Bildungseinrichtung in Conflans-Saint-Honorine ereignete, wurde die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft eingeschaltet. Sie ermittelt unter anderem wegen Mordes mit Terrorhintergrund.

Bei dem Opfer handelt es sich um einen Lehrer an einem Collège, einer Schulart zwischen deutscher Grundschule und dem Gymnasium. Der Mann soll Berichten nach Mitte 40 gewesen sein und hatte im Unterricht beim Thema Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt. Daraufhin soll es in der Schule zu Ärger und Drohungen gekommen sein. Am 5. Oktober gingen Beschwerden bei der Schulleitung ein.

Der mutmaßliche Täter wurde kurze Zeit nach der Attacke im nahe gelegenen Éragny-sur-Oise von der Brigade Anti-Criminalité (BAC) aufgegriffen. Er versuchte nach Polizeiangaben, die Beamten anzugreifen – daraufhin wurde er erschossen. Zur Sicherheit rückte auch ein Antisprengstoffkommando an, fand aber keine explosiven Materialien. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Täter 18 Jahre alt und in Moskau geboren worden sein. Den Geheimdiensten war er bisher nicht bekannt.

Emmanuel Macron eilte wenige Stunden nach der Attacke zum Tatort in dem Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine

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Macron betonte in seiner kurzen Ansprache, dass die Bildung ein hohes Gut sei. Es sei kein Zufall, dass ein Terrorist ausgerechnet einen Lehrer ermordet habe, weil er das Land in seinen Werten habe angreifen wollen. Der Lehrer sei ermordet worden, weil er für Meinungsfreiheit eingestanden habe.

“Ich möchte heute Abend allen Lehrern Frankreichs sagen, dass wir mit ihnen zusammen sind, dass die ganze Nation heute und morgen an ihrer Seite sein wird, um sie zu schützen, zu verteidigen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre schönste Aufgabe zu erfüllen, die es gibt: freie Bürger zu machen”, sagte er. Er erwähnte auch, dass die Direktorin der Schule in den vergangenen Wochen hohem Druck ausgesetzt gewesen sei – ging aber nicht auf die Hintergründe ein.Zahlreiche weitere Politikerinnen und Politiker reagierten geschockt auf den Vorfall. “Dieser Angriff ist nicht nur ein Angriff zu viel. Er ist barbarisch und sehr ernst”, sagte David Le Bars, Generalsekretär einer Polizeigewerkschaft, dem Sender Franceinfo. “Wir befinden uns wieder in diesem Kreislauf der Gewalt. Und die Menschen sind sich dessen bewusst.”Erst vor einigen Wochen hatte es vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude des Satiremagazins “Charlie Hebdo” in Paris eine Messerattacke gegeben. Dabei wurden zwei Menschen verletzt – auch hier gehen die Ermittler von einem Terrorhintergrund aus.Gleichzeitig läuft in Paris seit Anfang September der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Januar 2015, bei der insgesamt 17 Menschen getötet wurden.
Icon: Der Spiegel

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