Manager der Deutschen Bank

Über zwei Monate wurde um die Nachfolge von Martin Zielke gerungen: Ab Januar übernimmt nun Manfred Knof als neuer Vorstandschef der Commerzbank. Der Ex-Deutsche-Bank-Manager soll das Haus aus der Krise führen.

26.09.2020, 20.57 Uhr

Manfred Knof wechselt zur Commerzbank (Archivbild)

Foto: Tobias Hase / dpa

Der Deutsche-Bank-Manager Manfred Knof wird zum 1. Januar 2021 neuer Vorstandschef der Commerzbank. Er folgt auf Martin Zielke, wie der Frankfurter MDax-Konzern am Samstagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Die Personalie stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.

Der Jurist Knof leitet seit dem 1. August 2019 das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank. Seinen Posten übernimmt zunächst Vizechef Karl von Rohr, wie eine Sprecherin sagte. Knof arbeitete zuvor beim Versicherungskonzern Allianz. Der 55-Jährige sei “ein erfahrener und umsetzungsstarker Topmanager, der sich in unterschiedlichsten Aufgaben in der Finanzdienstleistungsindustrie bewiesen hat”, sagte Commerzbank-Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter. Knof sagte: “Ich habe großen Respekt vor dieser neuen Aufgabe.”Mit der Berufung Knofs hat der erst Anfang August als Chefkontrolleur angetretene Vetter die Nachfolge von Zielke überraschend schnell geregelt. Zielke hatte nach scharfer Kritik von Investoren Anfang Juli seinen Rücktritt angekündigt. Die Bank hatte daraufhin entschieden, den Vertrag mit dem seit Anfang Mai 2016 amtierenden Konzernchef spätestens zum 31. Dezember aufzulösen.

Als aussichtsreiche Kandidaten für Zielkes Nachfolge als CEO galten eigentlich der seit Januar als Firmenkundenvorstand der Commerzbank tätige Roland Boekhout, ehemals Chef der Direktbank ING-Diba (heute ING Deutschland), und Finanzvorständin Bettina Orlopp. Die beiden wurden nun aber nicht ausgewählt.

Zielke hatte eingeräumt, dass die im Herbst 2019 beschlossenen Maßnahmen nicht durchschlagend genug waren, um die Commerzbank im Zinstief profitabler zu machen. Der US-Fonds Cerberus als zweitgrößter Aktionär des Instituts hatte der Führung der Commerzbank vorgeworfen, “über Jahre eklatant versagt” zu haben.

Die neue Commerzbank-Führung steht vor schweren Einschnitten: Seit Monaten wird intern über eine Verschärfung des Sparkurses diskutiert. Die Zahl der zuletzt knapp 40.000 Vollzeitstellen könnte um bis zu ein Viertel gekappt werden. Von 1000 Filialen könnten gerade einmal 200 übrig bleiben, in denen Kunden sich beraten lassen können.
Icon: Der Spiegel

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