Sonntag, 27. September 2020

Zwei aserbaidschanische Militärhubschrauber sowie drei Drohnen sollen von den Rebellen abgeschossen worden sein. (Archivbild)
(Foto: imago/StockTrek Images)

Seit Jahrzehnten streiten Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach. Nun eskaliert der Konflikt. Hubschrauber werden abgeschossen, es gibt Bombenangriffe mit toten Zivilisten. Die pro-armenischen Rebellen verkünden nun die Generalmobilmachung.
Nachdem die Kämpfe in der Unruheregion Berg-Karabach zunehmend eskalieren, haben die pro-armenischen Rebellen nun das Kriegsrecht verhängt und die Generalmobilmachung verkündet. In dem Gebiet liefern sich Regierungsarmee und pro-armenische Rebellen derzeit heftige Kämpfe. Dabei habe die aserbaidschanische Armee “schwere Verluste” erlitten, meldeten die Rebellen. Das armenische Verteidigungsministerium, das die Rebellen unterstützt, meldete den Abschuss zweier aserbaidschanischer Militärhubschrauber sowie von drei Drohnen. Zuvor habe die aserbaidschanische Armee die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region Berg-Karabach bombardiert, erklärten die Rebellen. Dabei seien auch Ziele in der Regionalhauptstadt Stepanakert angegriffen worden. Nach Angaben beider Seiten wurden bei den Kämpfen auch Zivilisten getötet.Aserbaidschans Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe eine “Gegenoffensive” gestartet, “um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu schützen”. Das Ministerium sprach von einem abgeschossenen Hubschrauber. “Lasst uns fest zu unserem Staat und unserer Armee stehen, und wir werden siegen. Lang lebe die ruhmreiche armenische Armee”, schrieb Armeniens Ministerpräsident Nikol Paschinjan auf Facebook.An der Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien war es jüngst zu neuen Spannungen mit Gefechten gekommen. In den vergangenen Wochen war der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut aufgeflammt. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, Dörfer im Grenzgebiet angegriffen zu haben. Zuletzt hatte es im April 2016 heftige Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach gegeben. Dabei starben mehr als hundert Menschen. 2010 war die bislang letzte große Initiative für einen Frieden zwischen Eriwan und Baku gescheitert.Konflikt schwelt seit 30 JahrenDie beiden Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit fast 30 Jahren in einem Konflikt um die Kontrolle über die Region. Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Berg-Karabach war zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagen worden. Pro-armenische Rebellen brachten das Gebiet nach Kämpfen mit rund 30.000 Todesopfern Anfang der 90er Jahre unter ihre Kontrolle.1991 rief Berg-Karabach seine Unabhängigkeit aus. International wird das Gebiet jedoch bis heute nicht als eigenständiger Staat anerkannt. Aserbaidschan will die Region wieder vollständig unter seine Gewalt bringen, notfalls mit Gewalt. Der Konflikt ist auch einer zwischen zwei Ex-Sowjetrepubliken: Russland steht in dem Konflikt an der Seite Armeniens, die Türkei an der Seite Aserbaidschans. Im August hatten beide Mächte dann Militärmanöver in der Region abgehalten. Noch im Sommer hatten die Länder betont, in der Region dürfe es nicht zu der Eskalation kommen, die von Experten schon länger befürchtet wird. Der Konflikte sollte mit friedlichen Mitteln gelöst werden, hieß es seitens der Länder.

Quelle: ntv.de, bea/dpa/AFP
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