Dass Cyberangriffe auf dem Vormarsch sind, belegen auch neueste Zahlen des Bundeskriminalamts. (Bild: Rawpixel.com/Shutterstock)

18.10.2020, 08:00 Uhr

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Die Zahl der Cyberangriffe nimmt weiter zu. Unternehmen, die entsprechende Sicherheits-Software anbieten, könnten daher auf lange Sicht kräftig wachsen – und damit einhergehend Anlegern hübsche Renditen bescheren.

Was über Jahre nur Geschäftsführer und Systemadministratoren interessiert hat, geht inzwischen uns alle an. Seit das Homeoffice zur neuen Normalität geworden ist und immer mehr Menschen den heimischen Arbeitsplatz auch unabhängig von Lockdown und Ausgangssperre präferieren, beginnt IT-Sicherheit bereits auf dem heimischen Sofa. Nicht selten greifen Angestellte im Homeoffice zum eigenen Laptop oder zum privaten Smartphone. Aufgrund von Sicherheitslücken kann das zum Problem werden und Hackern ein Einfallstor bieten. Wie die Experten von F-Secure melden, ist die E-Mail die häufigste Methode, um Schadsoftware zu verbreiten. Öffnet ein Nutzer derartige Anhänge, ist ein System, das nicht optimal geschützt ist, schnell infiziert. Gerade im Homeoffice gibt es zudem keine Kollegen, die Nutzer im Zweifel zu merkwürdigen Mails befragen können – damit steigt die Chance für Angreifer und die Gefahr für die Unternehmen.Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden
Doch nicht nur der Mitarbeiter im Homeoffice ist ein potenzielles Sicherheitsrisiko, auch der Trend zum Internet der Dinge birgt Gefahren. Wie das Cybersicherheitsunternehmen Beyond Trust schon vor Jahren vorausgesagt hat, werden vernetzte Geräte zum beliebtesten Ziel für Hacker. Smarte Lautsprecher, intelligente Glühbirnen oder auch per WLAN schaltbare Steckdosen – all diese Geräte können eine Gefahr für das Netz in den eigenen vier Wänden sein.

Immer mehr Cyberangriffe erfordern steigende Investitionen
Während die blinkende Deckenleuchte im heimischen Schlafzimmer noch das kleinste Problem ist, wird die Gefahr durch Hackerangriffe auf vernetzte Geräte umso deutlicher, wenn wir an Begriffe wie Industrie 4.0 oder autonomes Fahren denken. Schon heute ist auch die klassische Industrie zunehmend vernetzt. Dieser Trend dürfte anhalten und schon bald weitere Bereiche der Produktions- und Lieferketten erreichen. Läuft alles rund, freuen sich Unternehmen über Kostenvorteile und steigende Effizienz. Kommt in Form von Schadsoftware oder handfesten Hackerangriffen jedoch Sand ins Getriebe, drohen Stillstand, Produktionsausfall und ein Reputationsschaden.
Dass Cyberangriffe auf dem Vormarsch sind, belegen auch neueste Zahlen des Bundeskriminalamts: Die Behörde hat 2019 über 100.500 Taten im Zusammenhang mit Cyberkriminalität erfasst und verweist auf eine Zunahme zum Vorjahr um 15 Prozent. Angesichts der zu erwartenden hohen Dunkelziffer ist das eine besorgniserregende Entwicklung. Doch die Unternehmen haben die Lage erkannt und investieren trotz der Belastungen rund um Corona in ihre IT-Systeme. Wie der Branchenverband Bitkom meldet, dürften die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland 2020 um 5,6 Prozent wachsen. 2021 könnte der Branche gar ein fast zweistelliges Wachstum bevorstehen.
IT-Security-Titel nicht mit Tesla und Co. vergleichen
Gerade angesichts des Starts des Mobilfunkstandards 5G und dem allgemeinen Trend der Digitalisierung, der keinen Industriezweig auslässt und auch den Dienstleistungssektor gehörig umkrempelt, können auch Anleger auf IT-Sicherheit als solide Zukunftstechnologie setzen. Der Markt wächst seit Jahren solide und nimmt immer mehr Fahrt auf. Hinzu kommt, dass aktuelle Entwicklungen, wie etwa der Trend hin zu mehr Heimarbeit, für zusätzliches Wachstum sorgen. Unternehmen wie Palo Alto Networks oder auch Cyberark sind für Unternehmen häufig die ersten Ansprechpartner, wenn es darum geht, IT-Infrastruktur zu sichern und auf neue Bedrohungslagen zu reagieren. Zwar können die Aktien gemessen an ihrer Rendite bislang nicht mit Tech-Größen wie Tesla, Amazon oder auch Paypal mithalten, doch können die Werte ein Portfolio stabilisieren und für langfristig konstante Renditen sorgen.
Bitte beachtet den Haftungsausschluss.

Dr. Markus C. Zschaber

Dr. Marcus C. Zschaber ist Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft. Für t3n analysiert der mehrfach ausgezeichnete Portfoliomanager die Börsen-Aussichten der Technologie- und Digitalisierungsbranche sowie weitere Megatrends des 21. Jahrhunderts.

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