Strahlende Augen, glatte Haut, glänzendes Haar: Wer sein Selfie künftig per Software verschönern will, muss sich zumindest mit einem Google-Smartphone ganz bewusst dafür entscheiden. Das Unternehmen kündigte am vergangenen Donnerstag an, die automatische Bildverbesserung bei Fotos mit der Frontkamera abzuschalten. Laut Google werden auf Android-Geräten mehr als 70 Prozent der Bilder mit der Frontkamera geknipst.
In einem Blogbeitrag teilte Google mit, dass die Standardretusche zunächst auf dem Pixel 4a, dem neuen Pixel 4a mit 5G und dem Pixel 5 deaktiviert wird. Die Bilder lassen sich zwar weiterhin mit Filtern bearbeiten, allerdings müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer bewusst dafür entscheiden, die Funktionen zu nutzen.Wenn Filter zur Gesichtsretusche aktiviert sind, dann sollte das “klar gekennzeichnet sein”, heißt es in dem Beitrag. “Wenn sie ausgeschaltet sind, dann sollten sie auch ausgeschaltet bleiben.” Außerdem werde Google künftig Hinweise auf “Schönheit” in Beschriftungen und Icons vermeiden. Es soll jeder Nutzerin und jedem Nutzer selbst überlassen werden, was sie als schön empfinden.

Riskanter Vergleich mit Influencer-FotosDie Psychologin Fanny Dietel von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hält Googles Entscheidung für einen Schritt in die richtige Richtung. Im Gespräch mit dem SPIEGEL sagt sie: “Das ist keine schlechte Entwicklung.” Filter seien schon so etabliert, dass die Menschen auf Fotos immer weniger mit ihrem wahren Selbst in Kontakt kommen. “Viele trauen sich gar nicht mehr, ein unbearbeitetes Foto nach dem Aufwachen im Netz zu veröffentlichen.”

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