Dominik Wojcik hat seine Marketingagentur aufgegeben, um mit seinem neuen Startup Fox Getränke zu produzieren.
Bunte Dosen, fruchtiger Geschmack und nur vier Prozent Alkoholgehalt. Die Getränke des Startups Fox erinnern an die Alkopops-Welle Anfang der 2000er. In den Dosen verbirgt sich aber keine süße Vodka-Limo-Mischung, sondern Hard Seltzer. „Ein alkoholisches Mineralwasser mit Fruchtgeschmack“, so erklärt Fox-Gründer Dominik Wojcik das Getränk. 
Um Hard Seltzer herzustellen, lässt Fox Zucker und Hefe zwei Wochen in einem Tank gären. Ähnlich wie beim Bierbrauen oder Weinherstellen. Anschließend gibt das Startup Fruchtkonzentrat hinzu. Das Endprodukt ist ein sprudeliges, klares Getränk ohne Zucker und mit wenig Kalorien. In den Staaten spricht das niedrigprozentige Soda vor allem Millennials an, überwiegend Männer.
Konkurrenz aus den USA und von Discountermarken
Fox habe ein Jahr an seiner Rezeptur gearbeitet, zehntausend Liter von seinem Hard Seltzer getestet, bis das Team zufrieden war, erzählt Wojcik. Seit Mitte September ist Fox auf dem Markt und im eigenen Onlineshop erhältlich. Die Dosen lässt das Startup in einer Düsseldorfer Brauerei abfüllen, die Kapazitäten seien also erst einmal beschränkt, so der Gründer.

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Tausende Dosen in zwei Wochen verkauft
Seine Fox-Dosen verkauft Wojcik für zwei Euro. Seit dem Start vor zwei Wochen habe sein Startup Getränke in mittlerer vierstelliger Stückzahl verschickt, sagt er. Sobald sich die Produktion skalieren lasse, wollen sich die Berliner im Einzelhandel und der Gastronomie platzieren.
Hinter Wojcik steht ein Team aus vier Leuten. Dem Unternehmer zufolge hat er sein Startup und die Tausende Liter Hard Seltzer mit eigenen Mitteln finanziert. Nach dem Studium arbeitete er als Programmierer, dann im SEO-Marketing bei Rocket Internet und Zalando. Schließlich baute er sich seine eigene Marketingagentur auf. Durch den Verkauf seiner Agentur habe er das Startkapital für Fox zusammenbekommen, sagt er. „Ich wollte immer ein eigenes Produkt haben, im digitalen Marketing hat man ja nichts in der Hand“, so der Berliner. Mit 40 Jahren ist sein Traum nun wahr geworden. 

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