Der „Tatort“-Inspektor
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Lassen illegal beschaffte Daten einen Fall platzen?

Am Vorabend haben sie noch fröhlich zusammen gefeiert. Am Morgen danach kommt Radiomoderatorin Beate Schmidbauer (Victoria Trauttmansdorff, 60, l.) im „Tatort: Rebland“ zu Kripochefin Cornelia Harms (Steffi Kühnert, 57), weil sie überfallen wurde und Anzeige erstatten willFoto: SWR/Benoit Linder

Artikel
von:
Nicole RIchter
veröffentlicht am
27.09.2020 – 21:49 Uhr

Diesmal wurde die Ausstrahlung des Schwarzwald-„Tatorts“ von der Gesetzgebung überholt.Im Dezember wurde in Deutschland die erweiterte DNA-Analyse eingeführt, die, als der Schwarzwald-„Tatort“ gedreht wurde, noch verboten war.Im Fall „Rebland“ wurde eine Frau vergewaltigt. Die Kommissare Tobler (Eva Löbau, 48) und Berg (Hans-Jochen Wagner, 51) finden heraus, dass im Elsass ein Mann mit identischer DNA wegen Vergewaltigung und Totschlag gesucht wird.Doch DNA-Merkmale des Täters wie Alter, Haut-, Augen- und Haarfarbe dürfen sie bei den Ermittlungen nicht einbeziehen. Trotzdem besorgen sie sich heimlich die Daten von den französischen Kollegen und nutzen sie, um den Täter zu überführen.
BILD klärt die wichtigsten Fragen zum Fall.
▶︎ Die Kommissare benutzen illegal Erkenntnisse der DNA-Analyse aus Frankreich. Wie wirkt sich das bei der Verurteilung des Täters aus?

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Jurist Frank Bräutigam: „Dass man sich heimlich und hintenrum diese Daten aus Frankreich holt, ist natürlich nicht zulässig. Es führt allerdings auch nicht automatisch dazu, dass die Verurteilung des Mörders oder Vergewaltigers am Ende platzt, nicht zuletzt, weil er ja auch gestanden hat.“▶︎ Was führte dazu, dass die Rechtslage in Deutschland nach den Dreharbeiten geändert wurde?Anlass waren zwei Mordfälle aus der Region in Freiburg, die 2016 die Diskussion nochmal angefeuert haben. Diese führten dazu, dass die erweiterte DNA-Analyse in Deutschland im Dezember eingeführt wurde. Damit dürfen DNA-Merkmale des Täters wie Alter, Haut-, Augen und Haarfarbe bei den Ermittlungen genutzt werden.

Der Fall im TV: Eine Radiomoderatorin wird nach einem Weinfest vergewaltigt. Die DNA des Täters ist die gleiche wie bei einem zurückliegenden Mord im benachbarten ColmarFoto: SWR/Benoit Linder

▶︎ Wirkt sich die Gesetzesänderung auch auf die DNA-Entnahme aus?Nein! Peter Egetemaier (ehem. leitender Kriminaldirektor Freiburg): „Die entsprechenden Rechtsvorschriften in der Strafprozessordnung (StPO) gab es schon vorher. Auch für andere körperliche Untersuchungen wie zum Beispiel die Blutentnahmen brauchte es grundsätzlich schon immer eine richterliche Anordnung. Bei der DNA-Entnahme geht es darum, dass sie bei einem ‚Beschuldigten‘ erfolgt, also einer Person, gegen die es einen Verdacht gibt. Man hat jetzt lediglich den ‚DNA-Paragraphen‘ (§ 81e StPO) erweitert.“▶︎ Im Film lässt sich Beate Schmidbauer nach der Tat ihre Haare abschneiden. Musste sie echte Haare lassen?Nein! Victoria Trauttmansdorff zu BILD: „Das hat die Maskenbildnerin grandios gelöst. Es war ein Haarteil, das an meine Haare gesteckt wurde. Nach dem Frisörbesuch sieht man dann meine richtige Frisur.“

Victoria Trauttmansdorff in ihrer „Tatort“-Rolle des Vergewaltigungsopfers Beate Schmidbauer Foto: SWR/Benoit Linder

▶︎ Es war der zehnte „Tatort“, in dem Roman Knizka (50) als Täter beziehungsweise Verdächtiger zu sehen war. War er auch schon mal als „Tatort“-Kommissar im Gespräch?Ja! „Es gab mal Überlegungen zu einem ,Tatort‘ in der Lausitz. Da ich in der Gegend geboren bin, sollte ich dann den Kommissar spielen. Aus diesen Plänen ist nichts geworden. In diesem Beruf hängt viel vom Glücksfaktor ab“, sagt Roman Knizka zu BILD.

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