Vor allem Angler haben die Ausbreitung der “crazy worms” befeuert

Foto: Josef Görres/ Plant and Soil Science Department – University of Vermont

In den USA machen sich zunehmend invasive Würmer breit, die eigentlich in Japan und Korea vorkommen. Wegen ihrer einzigartigen Bewegung sind die Vertreter der Gattung Amynthas auch als springende Würmer, verrückte Würmer, Schlangenwürmer oder Alabama-Springer bekannt. Die ersten Exemplare wurden schon vor einem Jahrhundert in den USA entdeckt, doch in den vergangenen 15 Jahren haben sich die Tiere rasant ausgebreitet. Und sie sind nicht die Einzigen.

Die Anzahl solcher Eindringlinge wird bis 2050 im Vergleich zum Jahr 2005 weltweit um 36 Prozent steigen, schätzt das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt am Main in einer aktuellen Studie. Experten sprechen auch von invasiven Arten.Am stärksten wird demnach Europa betroffen sein. Hier erwarten die Forscher eine Zunahme von 64 Prozent, was rund 2500 neuen invasiven Arten entspricht. Dabei handele es sich zum größten Teil um weniger auffällige Neuankömmlinge wie Insekten, Weichtiere und Krebstiere. Neue gebietsfremde Säugetierarten wie beispielsweise den bereits eingewanderten Waschbären werde es dagegen kaum geben.

Invasive Arten können das bestehende Ökosystem gefährden. Das zeigt sich auch bei den springenden Würmern, die sich rasant vermehren. Ihre Eier sind laut “Science News” so klein, dass sie sich leicht über Schuhsohlen verbreiten können. Die Würmer wachsen besonders schnell und können sich auch ohne Partner fortpflanzen. Dadurch kann ein einziger Wurm eine ganze Invasion auslösen.

Anders als Regenwürmer nehmen springende Würmer mehr Nährstoffe auf und lassen trockene Erde zurück, die an Kaffeesatz erinnert und mit der einheimische Pflanzen schlechter zurechtkommen.Die Hauptursache für die Ausbreitung invasiver Arten ist der Mensch. Oft erobern Tier- und Pflanzenarten per Schiff, Flugzeug und Lastwagen neue Lebensräume außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets.

Springende Würmer haben sich in den USA unter anderem ausgebreitet, weil sie bei Anglern beliebt sind. Ihre zappelnden Bewegungen gelten als besonders verlockend für Fische. Mittlerweile kommen sie von den Mittelatlantikstaaten im Nordosten der USA bis in Teile des mittleren Westens vor.”Wir können die Einschleppung gebietsfremder Arten nicht gänzlich verhindern, denn das würde starke Einschränkungen des Handels bedeuten”, sagte Senckenberg-Wissenschaftler Hanno Seebens. Allerdings könne mit strengeren Regularien und deren strikter Umsetzung die Ausbreitung invasiver Arten eingedämmt werden. So hat Australien wegen seiner einzigartigen Flora und Fauna besonders strenge Vorschriften.
Icon: Der Spiegel

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