Laut der von der Johns Hopkins geführten Statistik sind inzwischen weltweit eine Million Menschen gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Mehr als 204.000 Todesfälle haben die USA zu beklagen, in Brasilien kamen mehr als 141.000 Menschen ums Leben. In Deutschland starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus seit Beginn der Pandemie 9460 Menschen, meldete das Robert Koch-Institut am Montag.Eine Million Todesfälle – eine gewaltige Zahl, die Unschärfen in beide Richtungen hat. Zum einen ist gerade bei schwer Vorerkrankten nicht immer eindeutig, ob Covid-19 die Todesursache war. Das RKI spricht deshalb von “Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen”, also von Menschen mit einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2. Kürzlich zeigte eine Studie allerdings: In mehr als drei Viertel aller Obduktionen war Covid-19 eine wesentliche oder die alleinige zum Tode führende Erkrankung.Gleichzeitig wurden und werden sicher nicht alle Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 als solche erfasst, etwa weil ein Coronavirus-Test nicht gemacht wurde. Zahlen zur Übersterblichkeit zeigen, dass diese in vielen Ländern deutlich höher lagen als die der registrierten Coronavirus-Todesfälle.
Was zeigt der Blick nach vorn?Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mike Ryan warnte vergangenen Freitag davor, dass es zwar unvorstellbar, aber nicht unmöglich sei, dass eine weitere Million Menschen durch das Coronavirus sterben könnten, wenn nicht alle Staaten daran arbeiteten, den Erreger weiter einzudämmen. Die Zeit zu handeln sei jetzt – und man müsse sämtliche Aspekte umsetzen: Testen, Kontakte verfolgen, Social Distancing, Hygiene, Masken, medizinische Behandlung und Impfstoffe. Solange dies nicht alles umgesetzt werde, sei es nicht nur vorstellbar, sondern leider auch wahrscheinlich, dass es in Zukunft eine weitere Million Covid-19-Todesopfer gebe.
Icon: Der Spiegel

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