Ein Schüler, der eine Unterrichtsstunde mit einer Corona-infizierten Lehrerin im Klassenraum war, muss 14 Tage lang in Quarantäne. Mit einem Eilbeschluss bestätigte das Verwaltungsgericht Düsseldorf eine entsprechende Anordnung des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt (Az.: 7 L 2038/20).Zur Begründung verwies das Verwaltungsgericht auf die Orientierungshilfen des Robert Koch-Instituts (RKI). Personen, die mehr als 30 Minuten gemeinsam mit einer infizierten Person in einem schlecht gelüfteten Raum waren, werden demnach generell der Risikokategorie 1 zugeordnet, für die das RKI zwei Wochen Quarantäne empfiehlt. Das gelte unabhängig vom Abstand und vom Tragen einer Maske.
Qualität des Luftaustauschs entscheidendDer klagende Schüler sei daher zu Recht der Kategorie 1 zugeordnet und die Quarantäne angeordnet worden, entschied das Verwaltungsgericht. Zwar seien in dem strittigen Fall die Fenster und auch die gegenüberliegende Klassenzimmertür geöffnet gewesen. Inwieweit dadurch das Infektionsrisiko erheblich verringert werden konnten, könne “im Rahmen der effektiven Gefahrenabwehr aber nicht beurteilt werden”, befanden die Düsseldorfer Richter.

Denn der durch Lüften erreichbare Luftaustausch hänge auch von der Witterung und dem Verhalten der Betroffenen ab. Die Lehrerin sei im Raum herumgegangen und habe ihre Aerosole vermutlich trotz Maske im gesamten Klassenzimmer verbreitet. Zudem sei die vom RKI vorgegebene Schwelle von 30 Minuten bei einer 45-minütigen Unterrichtsstunde um die Hälfte überschritten worden.Insgesamt wiege das öffentliche Interesse am Schutz von Leben und Gesundheit daher schwerer als die “kurzzeitige Einschränkung” für den Schüler. Gegen die Entscheidung ist eine Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen möglich.
Icon: Der Spiegel

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