Kohleverarbeitung in der Provinz Shanxi: Staatschef Xi spricht von “energischen Maßnahmen”

Foto: Sam McNeil / AP

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat größere Anstrengungen im Kampf gegen die Klimakrise versprochen. Sein Land wolle “vor 2060” die Klimaneutralität schaffen. Auch solle der Ausstoß von Kohlendioxid “vor 2030” den Höhepunkt erreichen, sagte der Präsident in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede bei der Generaldebatte der Uno-Vollversammlung in New York.

Damit setzt sich die Regierung in Peking erstmals ein Datum für Klimaneutralität. Zum Vergleich: Deutschland und die gesamte Europäische Union haben als Ziel für eine CO₂-Neutralität bislang das Jahr 2050 ausgegeben. Bis zur Uno-Klimakonferenz im November 2021 sind alle Regierungen aufgefordert, im Rahmen des Pariser Klimaabkommens strengere Klimaziele vorzulegen.”Energischere Maßnahmen”Unter Klimaneutralität versteht man, dass die Verwendung von Brennstoffen oder menschliche Aktivitäten keinen Einfluss auf die Kohlendioxid-Konzentration der Atmosphäre haben und insofern nicht klimaschädlich sind. China werde seine beabsichtigten nationalen Beiträge zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens erhöhen, indem es “energischere Maßnahmen” ergreife, versprach Xi Jinping.

Die Europäische Union (EU) hatte China bei ihrem virtuellen Gipfel vor gut einer Woche gedrängt, das Ziel der Klimaneutralität am besten bis 2050, aber spätestens bis 2060 zu erreichen. China ist der weltgrößte Verursacher von Treibhausgasen und für rund ein Viertel des weltweiten Ausstoßes verantwortlich.Im Pariser Klimaabkommen erklärt China bislang nur, dass seine Emissionen “um 2030” den Höhepunkt erreichen sollen. Allerdings wird schon länger damit gerechnet, dass der Staat das Ziel vorzeitig erfüllen wird (mehr dazu lesen Sie hier). Die EU drängt China, dafür das Jahr 2025 anzustreben.China kritisiert USAAndere Staaten rechtfertigten ihr mangelndes Handeln im Kampf gegen den Klimawandel in der Vergangenheit häufig damit, dass Interventionen ohnehin nicht viel brächten, solang die Volksrepublik ihre Emissionen nicht auch deutlich reduziere. Nun geht China seinerseits in die Offensive: Die Führung der Volksrepublik warf den USA vor, den Kampf gegen die Klimakrise “ernsthaft zu behindern”.

Durch ihren Rückzug aus internationalen Klimaschutzabkommen hätten die USA “ihre Pflicht zur Begrenzung der Emissionen” verfehlt und weigerten sich, “Mindestmaßnahmen zum Schutz der Erde zu ergreifen”, erklärte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Die US-Regierung war unter Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 ausgetreten und hat Umweltschutzregularien aufgeweicht.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte Chinas Ankündigung zur Klimaneutralität bis 2060: “Das ist ein wichtiger Schritt in unserem weltweiten Kampf gegen den Klimawandel im Rahmen des Pariser Abkommens”, schrieb sie auf Twitter. “Wir werden mit China an diesem Ziel arbeiten. Aber es bleibt noch viel zu tun.”
Icon: Der Spiegel

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