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Retter am Fundort in Beirut: Wird vier Wochen nach der Explosion noch eine lebende Person aus den Trümmern geborgen werden?Foto: Tony Srour

Artikel
von:
Tony Srour, Sebastian Prengel und Jan Langshausen
veröffentlicht am
03.09.2020 – 20:26 Uhr

Beirut – Es klingt unglaublich: Vier Wochen nach der mörderischen Explosion von Beirut vermuten Retter, dass sich noch ein Überlebender unter den Trümmern befinden könnte!Laut Michel Mur von der Feuerwehr in Beirut soll am Mittwoch ein Suchhund angeschlagen haben. Offenbar wurde rund zwei Meter unter den Trümmern mit Spezialgerät ein Körper geortet, auch ein Pulsschlag sei wahrgenommen worden.

Zahlreiche Kamerateams haben sich im Hafenviertel von Beirut eingefunden, um von der möglichen Sensation zu berichtenFoto: Tony Srour

Dank Suchhund „Flash“ stießen die Retter auf den möglichen Überlebenden. Die Pfoten des Hundes sind geschützt, damit sich das Tier bei der Suche zwischen den Trümmern nicht verletztFoto: Tony Srour

„Es könnte Überlebende geben“▶︎Der Fundort befindet im Hafvenviertel, wenige hundert Meter vom Ort der Detonation entfernt. Dort hatte sich am 4. August die verheerende Explosion ereignet. Bei dem Unglück explodierten 2750 Tonnen Ammoniumnitrat in einem Hafenspeicher, rund 200 Menschen wurden getötet, mehr als 6000 verletzt.Marwan Abboud, Gouverneur von Beirut, sagte gegenüber Reportern: „Es könnte Überlebende geben.“ Die Scanner hätten einen Puls erkannt, allerdings sei die Hoffnung, vier Wochen nach der Explosion noch einen Überlebenden zu finden, gering. Aber: „Wir hoffen, dass jemand es lebend schafft“, so der Gouverneur weiter.

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Am Fundort droht eine Mauer einzustürzen, deshalb müssen die Retter mit äußerster Vorsicht vorgehenFoto: Tony Srour

„19 Atemzüge pro Minute“Wird einen Monat nach der Katastrophe tatsächlich noch ein Überlebender entdeckt? Im Gespräch mit dem lokalen Sender LBCI sagte ein Rettungshelfer, Scanner hätten eine Atemfrequenz von „19 Atemzügen pro Minute“ festgestellt. Laut Michel Mur läge die Person, sollte sie gefunden werden, vermutlich im Koma. Was die Rettungsarbeiten zusätzlich erschwert: Das Gebäude am Fundort hat eine sehr dünne Mauer, ist stark einsturzgefährdet.

BILD-Reporter Sebastian Prengel passierte wenige Tage nach der Katastrophe genau anjenre Stelle, an der jetzt auch der Suchhund anschlugFoto: Tony Srour

Bei dem Rettungsteam handelt es sich um Experten aus Chile. Die Spezialisten von „Topos de Chile“ kommen mit ihrem Spezialgerät in der Regel nach Erdbeben zum Einsatz. Das Rote Kreuz ist dabei, eine mobile Intensivstation zu errichten, sollte tatsächlich ein Überlebender geborgen werden können.

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