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Breaking News 24/24 7/7 Nachrichten Mitteilungen Dubai: Trotz Öl-Unabhängigkeit rollt eine Pleitewelle auf das Emirat zu

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Anti-Öl-Plan geht nicht auf: Böses Erwachen im Übermorgen-Land: Auf Dubai rollt eine Pleitewelle zu

Eigentlich hat sich das Emirat Dubai erfolgreich von der Ölabhängigkeit gelöst. Stattdessen setzt die Prunk-Metropole auf Tourismus und Handel. Doch trotz seiner diversifizierten Wirtschaft trifft die Corona-Krise Dubai besonders stark. Fast drei Viertel der Unternehmen dort rechnen mit der Pleite.

Die Wirtschaft vieler Staaten im Nahen Osten steht und fällt mit dem Ölpreis. Mit der „Vision 2030“ will Saudi-Arabien genau diese Abhängigkeit loswerden. Mittel der Wahl sind dabei Investitionen über den seit 1971 bestehenden Staatsfonds des Landes. Während sich die Saudis seit 2015 großzügig weltweit in andere Branchen einkaufen, hat der Nachbar Dubai das Problem der Öl-Abhängigkeit längst gelöst.Der Anteil der Industrie an der Wirtschaft Dubais ist verschwindend gering. Während die gesamten Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gut 30 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts über die Ölindustrie erwirtschaften, macht die gesamte Förderindustrie – Gase und sonstiger Bergbau inklusive – im Teilstaat Dubai nur 1,6 Prozent aus, wie aus dem jüngsten Jahresbericht des Emirats hervorgeht.Stattdessen setzt das Emirat seit Jahren auf den Handel, das Immobilien- und Baugewerbe, Logistik und Tourismus. Doch die diversifizierte Wirtschaft Dubais wird ausgerechnet in der Corona-Krise zur Achillesferse. Bestes Beispiel: Dubais Vorzeigeunternehmen Emirates.Emirates streicht dreimal mehr Stellen als die LufthansaDie staatliche Airline verkündete in dieser Woche, bis zu 30.000 Stellen von insgesamt gut 105.000 Arbeitsplätzen abzubauen, also fast 30 Prozent der Belegschaft. Dagegen wirkt der von der Lufthansa anvisierte Abbau von 10.000 Jobs – etwas mehr als sieben Prozent aller Stellen – vergleichsweise harmlos.Dabei hängte die Airline, strategisch günstig zwischen Europa und Asien beheimatet, die europäische Konkurrenz jahrelang ab. Emirates und lokale Rivalen wie Etihad oder Qatar Airways wuchsen für zwei Jahrzehnte mit durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr. Dank billigerer Betriebskosten stachen die arabischen Fluglinien die Europäer im Preiskampf aus. Hinzu kam, dass Emirates sich vor allem auf das rentablere Langstreckengeschäft konzentrierte.
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Die Coronavirus-Pandemie setzt dieser Marktdominanz ein Ende. „Die aktuelle Krise wird Emirates & Co. noch eine Weile stärker treffen als viele westliche Linien“, sagte Thomas Jaeger vom Datendienstleister CH Aviation gegenüber der „WirtschaftsWoche“. „Die Gesellschaften werden ihr Geschäftsmodell ändern und auch nach der Krise bestenfalls noch mit dem Markt wachsen.“ Einzig die Aussicht auf Staatshilfen – wie bei der Lufthansa auch – dürfte die Airlines vor dem Untergang bewahren.Pleitewelle rollt auf Dubai zuDoch nicht nur der bekannteste Konzern Dubais leidet derzeit massiv. Auch das zweite Standbein Dubais, der Tourismus und der damit verbundene Handel in der Metropole am persischen Golf, bricht zusammen. Wie das Börsenportal „CNBC“ unter Berufung auf eine Umfrage der Handelskammer Dubais berichtete, erwarten fast die Hälfte aller Hotels und Restaurants in der Stadt, im nächsten Monat Pleite zu gehen.Noch dramatischer ist die Lage der heimischen Tourismus-Industrie. 74 Prozent aller Unternehmen der Branche sagten, voraussichtlich im kommenden Monat für immer dicht machen zu müssen. Über alle Branchen hinweg halten 27 Prozent der Unternehmen eine Pleite im kommenden Monat für wahrscheinlich, weitere 43 Prozent erwarten, innerhalb der nächsten sechs Monate schließen zu müssen.Insgesamt rechnen demnach 70 Prozent aller Unternehmen des Teil-Emirats Dubai im nächsten halben Jahr mit der Pleite. „Die totalen oder teilweisen Lockdown-Maßnahmen haben die Nachfrage in Schlüsselindustrien zu einer Vollbremsung gebracht“, kommentierte die Handelskammer Dubais die Ergebnisse der Umfrage, und fügte an: „Der Schock drückt die wirtschaftliche Aktivität auf ein Niveau, welches nicht mehr seit der Finanzkrise gesehen wurde.“Handelskammer relativiert Ergebnisse der UmfrageOb Dubai tatsächlich von einer solchen Pleitewelle überschwemmt wird, ist aber nicht unbedingt sicher. Die Handelskammer führte die Umfrage Mitte April durch, wie „CNBC“ anmerkte, während der striktesten Phase des Lockdowns. Befragt wurden zudem zu 75 Prozent kleine Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern, die, wie in vielen anderen Volkswirtschaften auch, kaum auf längere Geschäftsausfälle vorbereitet sind.Ein Sprecher der Handelskammer Dubais selbst relativierte die Ergebnisse der Umfrage auch nochmal und merkte an, dass die Erwartungen der Unternehmen wohl auf der Annahme basierten, der strenge Lockdown Mitte April würde sich fortsetzen. Tatsächlich haben die Emirate den Lockdown mit dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Ende April etwas gelockert. Einkaufszentren und Geschäfte beispielsweise haben seitdem wieder eingeschränkt geöffnet, so „CNBC“.Allerdings hängt auch der Handel Dubais stark vom Tourismus ab. Und hier hat sich seit Beginn der Pandemie nichts geändert. So stehen die meisten Hotels leer und seit dem 24. März kam kein Passagierflug an, in dem nicht ausschließlich Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate an Bord waren, die wegen der Pandemie in ihr Land zurückkehrten.Surftipp:
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Trotz der Unabhängigkeit von Rohöl trifft die Krise Dubai also noch stärker als die anderen Emirate oder Saudi-Arabien. Davor warnte das Londoner Analysehaus Capital Economics bereits im April: „Dubai ist die durch Lockdown-Maßnahmen verwundbarste aller Volkswirtschaften im Nahen Osten und Nordafrika. Wir rechnen damit, dass die Wirtschaft Dubais in diesem Jahr mindestens fünf bis sechs Prozent schrumpft, sofern die Maßnahmen bis in den Sommer bestehen bleiben.“Krise trifft Emirat zur UnzeitZu all dem kommt hinzu, dass die Aussichten Dubais auch schon vor der Pandemie nicht allzu rosig waren. 2019 wuchs Dubais Wirtschaft nur um knapp zwei Prozent, das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise, und vor allem beim Tourismus und dem Flugverkehr lief es damals schon nicht rund.Besonders sichtbar wurde das etwa an Dubais jüngstem Prestige-Projekt, dem Al-Maktoum-Flughafen. Das Emirat hatte den 36 Milliarden Euro teure Bau des Drehkreuzes im vergangenen September abrupt „auf unbestimmte Zeit“ gestoppt.Schon in seinem jetzigen Zustand könnte der als weltgrößtes Drehkreuz geplante Flughafen jährlich 26 Millionen Passagiere abfertigen. Tatsächlich betrug die Zahl der Passagiere im vergangenen Jahr aber nur 1,8 Millionen. Das mag zwar ein Wachstum von satten 81,5 Prozent zum Vorjahr sein. Wegen der Corona-Krise ist mehr als fraglich, ob dieses Wachstum sich fortsetzt, oder es überhaupt mehr Passagiere als im Vorjahr geben wird – denn die Terminals des Al-Maktoum-Flughafens dürften derzeit noch verlassener als sonst sein.Lesen Sie auch:Fast halbe Billion Dollar im Plus: Selbst Virus-Krise macht die Reichsten noch reicher Italien „eine Gefahr”: Star-Ökonom Roubini warnt vor Kollaps der Eurozone Corona-Hilfe für Airline: Bundesregierung einigt sich auf Lufthansa-Rettung man

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