Das Ifo-Beschäftigungsbarometer steigt den fünften Monat in Folge. Doch die Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird dauern.

Baustelle
Das Baugewerbe erweist sich auch in der Coronakrise als Jobmotor.

(Foto: dpa)

Berlin Der Corona-Blues am Arbeitsmarkt weicht zunehmend wieder besserer Stimmung: So ist das Ifo-Beschäftigungsbarometer im September zum fünften Mal in Folge gestiegen. Der Index, der auf den Beschäftigungsabsichten von rund 9000 Unternehmen fußt und den die Münchener Konjunkturforscher monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnen, kletterte auf 96,3 Punkte – nach 95,4 Zählern im Vormonat.„Immer mehr deutsche Unternehmen nehmen Neueinstellungen ins Visier“, kommentierte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe die Daten. Vom Vorkrisenniveau ist das Barometer allerdings noch ein Stück entfernt. Im Februar lag es noch bei 97,8 Zählern, im April war es auf 86,4 Punkte abgesackt.Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet in seiner neuen Prognose damit, dass die Zahl der Arbeitslosen dieses Jahr im Jahresdurchschnitt um 440.000 steigen und im kommenden Jahr wieder um 100.000 zurückgehen wird.Auch wenn Indikatoren wie das Ifo-Barometer auf eine Stabilisierung am Arbeitsmarkt hindeuten, bereitet den IAB-Forschern die anhaltende Zurückhaltung bei Neueinstellungen Sorge. Offen sei auch, wie stark sich die schwierigen Transformationsprozesse etwa in der Autoindustrie oder im Einzelhandel auf die Beschäftigung auswirkten – ganz zu schweigen von einer großen Insolvenzwelle oder einem zweiten Lockdown.Die größten Beschäftigungsverluste erwartet das IAB für den Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe und bei allen Dienstleistungen rund um Sport, Kultur und Tourismus. Auch in der Industrie sollen aber der Prognose zufolge dieses Jahr 160.000 und 2021 noch einmal 60.000 Stellen wegfallen.Das Ifo-Beschäftigungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe ist zwar im September weiter gestiegen, noch immer werden in der Industrie aber eher Mitarbeiter entlassen als eingestellt. Bei den Dienstleistern wird Personal aufgebaut, vor allem IT-Experten sind gefragt. Im Handel habe das Barometer einen deutlichen Sprung nach oben gemacht, erläuterte Wohlrabe.

Auch das Baugewerbe sucht wieder verstärkt Personal. Trotz einer Auftragsdelle im Juli hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie seine Umsatzprognose für 2020 wieder leicht angehoben. Er erwartet jetzt einen nominalen Umsatzzuwachs von 3,5 Prozent und ein Beschäftigungsplus von 10.000 auf 880.000 Personen.Mehr: Wie Deutschland seinen Arbeitsmarkt rettete.

Read More