Macron beim Besuch in Litauen: Sein Treffen mit Tichanowskaja wurde als wichtiges symbolisches Zeichen für die Unterstützung der belarussischen Opposition gewertet

Foto: Mindaugas Kulbis / AP

Seit Wochen kommt es in Belarus zu Massenprotesten. Die Demonstranten fordern unter anderem den Rücktritt von Machthaber Alexander Lukaschenko. Dieser geht mit harter Hand gegen Regierungskritiker vor, mehrere Oppositionspolitiker haben das Land verlassen, andere sitzen in Haft. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich nun in Litauen mit der belarussische Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja getroffen.

Bei dem Gespräch hat der französische Staatschef eine Vermittlung in der politischen Krise in Belarus angeboten. “Als Europäer werden wir unser Bestes tun, um bei der Vermittlung zu helfen”, sagte Macron im Anschluss an das Treffen.

Macron habe gesagt, er werde “alles tun”, um bei der Vermittlung zwischen Opposition und Führung in Belarus zu helfen, sagte Tichanowskaja. Zudem wolle Macron sich für die Freilassung aller politischen Gefangenen in Belarus einsetzen. Sie kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP zudem eine Ansprache vor dem französischen Parlament an. Das etwa halbstündige Gespräch fand in einem Hotel der Hauptstadt Vilnius statt.

Tichanowskaja war bei der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten belarussischen Präsidentschaftswahl im August gegen den seit 26 Jahren regierenden Präsidenten Lukaschenko angetreten. Wegen des gewaltsamen Vorgehens der belarussischen Sicherheitskräfte gegen Oppositionelle floh Tichanowskaja bereits kurz nach der Wahl ins Nachbarland Litauen. Offiziellen Angaben zufolge soll Lukaschenko die Wahl mit 80 Prozent der Stimmen gewonnen haben. Die Opposition wirft Lukaschenko massiven Wahlbetrug vor – seit der Wahl gibt es Massenproteste gegen den mit harter Hand regierenden Staatschef. Auch die EU erkennt das Wahlergebnis nicht an.

Trotz nationaler und internationaler Proteste gegen den angeblichen Wahlsieg des autoritären Staatschefs hatte sich Lukaschenko kürzlich als Präsident erneut vereidigen lassen. Macron hält sich derzeit zu einem zweitägigen Besuch in Litauen auf. Sein Treffen mit Tichanowskaja wurde als wichtiges Zeichen für die Unterstützung der belarussischen Opposition gewertet.
Icon: Der Spiegel

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