Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat nun ihren “Zwischenbericht Teilgebiete” für die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland vorgelegt. Darin werden 194.157 km2 als geologisch geeignete Gebiete ausgewiesen, das sind 54 Prozent der Landesfläche der Bundesrepublik Deutschland.

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

Der

BGE-Bericht

listet erst einmal alle Regionen in Deutschland auf, “die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen”, so schreibt es das entsprechende Gesetz vor. Deswegen sind es noch ziemlich viele und teils auch recht große Gebiete. In den kommenden Jahren werden aus den Teilgebieten Standortregionen ausgewählt, die übertägig genauer erkundet werden. Einige davon werden dann auch untertägig erforscht.

Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden. Die bundesweite Endlagererkundung war angesichts des jahrzehntelangen hartnäckigen Widerstands gegen den Ende der 1970er Jahre ins Auge gefassten Standort im niedersächsischen Gorleben gestartet worden.
Wirtsgesteine
Mit Wirtsgestein Tongestein werden in dem Zwischenbericht neun Teilgebiete mit einer Fläche von 129.639 km2 ausgewiesen, sie liegen zumeist im Norden der Republik. Für das Wirtsgestein Steinsalz konnten insgesamt 74 Teilgebiete mit einer Fläche von 30.450 km2 ausgewiesen werden. “Davon befinden sich 60 Teilgebiete in steil stehenden Steinsalzformationen 14 Teilgebiete in stratiformen, also flachem Steinsalzformationen”, heißt es in dem Zwischenbericht. Im kristallinen Wirtsgestein – vorwiegend im Süden – konnten insgesamt sieben Teilgebiete mit einer Fläche von 80.786 km2 ermittelt werden.

Der Ablauf der Endlagersuche.

(Bild: BGE)

Ein Standort ist damit aber noch nicht vorfestgelegt. In den kommenden Monaten und Jahren werden die möglichen Standorte nach und nach weiter eingegrenzt, indem weitere Kriterien – etwa die Bevölkerungsdichte – berücksichtigt werden.

Sechs AKW sind noch in Deutschland in Betrieb (7 Bilder)

Seit März 1984 ist C des AKW im bayerischen Gundremmingen in Betrieb. Block A war von 1967 bis 1977 in Betrieb. Der 1984 ans Netz gegangene Block B wurde am 31. Dezember 2017 abgeschaltet, Block C – ebenfalls 1984 in Betrieb genommen – soll 2021 folgen. (Bild: kkw-gundremmingen.de)Gorleben kommt als Standort nicht mehr infrage, wurde vorab bekannt. Das habe sich nach geowissenschaftlichen Abwägungskriterien gemäß § 24 StandAG ergeben. “Das vorhandene Wissen über den Salzstock Gorleben ist auf Grund der jahrelangen Betrachtung als potenzieller Endlagerstandort und der in dem Zusammenhang betriebenen Forschung groß”, heißt es in dem Bericht. In der Bewertung des Standortes Gorleben durch die BGE seien jedoch vorliegende Informationen nur insoweit verwendet worden, wie sie zur Bewertung des Salzstockes Gorleben–Rambow und anderer oder des Wirtsgesteins Steinsalz in steiler Lagerung auf dem jetzigen Stand des Standortauswahlverfahrens benötigt wurden.

(anw)

Read More